Hospitation an der Alemannen Gemeinschaftsschule in Wutöschingen

Beim Besuch an der Gemeinschaftsschule Wutöschingen am 9.10.2018 wurde deutlich, welche Entwicklungen möglich sind, wenn Menschen sich engagieren und ihre Möglichkeiten vor Ort konsequent nutzen: Aus einer „ganz normalen“ Schule wurde ein Vorzeigeprojekt, welches kreativ und pädagogisch durchdacht die Lernenden in den Mittelpunkt aller Bestrebungen stellt und systematisch zu Eigenverantwortung und Selbständigkeit anhält.

In Begleitung durch den Schulleiter und eine Lernbegleiterin, über einen ganzen Vormittag lang konnten wir uns davon überzeugen, was die Schule mit ihrem Konzept der V-8 Begleitung in der Praxis täglich lebt: „Auf vielfältigen Wegen mit vielfältigen Menschen an vielfältigen Orten zu vielfältigsten Zeiten mit vielfältigen Materialen in vielfältigen Schritten mit vielfältigen Ideen in vielfältigen Rhythmen zu gemeinsamen Zielen“. Eine Schule, die den Lernwunsch des Kindes konsequent fordert und fördert, eine Schule die Begeisterung und Innovationsfreude versprüht, eine die Mut macht und bei uns Besucher*innen eine ganze Reihe anregender Impulse und Ermutigung hinterlassen hat.

Am Nachmittag waren wir Gast in der benachbarten Gemeinschaftsschule Rheintal. Dort stellten uns Schüler*innen der Klasse 6, zusammen mit ihrer Schulsozialarbeiterin, ihr „Beteiligungsprojekt“ vor, in dem es um ihre Änderungswünsche in der Schule und deren Umsetzung in ein Vorhaben, Mitsprache und Mitwirkung in der Schule und die Vertretung der Ideen und Wünsche bis in den Gemeinderat hinein, ging. Klasse!

„Wenn ein Kind gerne in die Schule kommt und sich benimmt, kann ich gar nicht verhindern, dass es etwas lernt,“ sagt Stefan Ruppaner, Schulleiter der Alemannen Gesamtschule in Wutöschingen. Nicht das Eintrichtern von reprodizierbarem Wissen ist das Hauptziel dieser Schule, sondern die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichen und selbstbewußten Menschen, die gelernt haben, sich Inhalte und Fakten anzueigenen aber auch individuell über das „Wann“ und „Wie“ zu entscheiden.

Bei den über 600 Schülerinnen und Schüler gibt es hierfür 4 „Stufen der Eigenverantwortung“:

  • Starter: kommen Lernende neu an die Schule, beginnen  sie auf der Stufe „Starter“. Sie bekommen ihre Rechte und Pflichten erläutert. Persönlich betreut von einem Lernbegleiter lernen sie, mit ihren häufig ungewohnten Rechten und Pflichten umzugehen. Bestätigen 4 Lehrnbegleiter schriftlich, dass der Lerner seine  Rechte nutzt und seine Pflichten wahrnimmt, wird er zum Durchstarter.
  • Durchstarter: Als Durchstarter hat man mehr Rechte und mehr Pflichten.
  • Neustarter: Kommt der Lerner mit dem Mehr an Eigenverantwortung als „Durchstarter“ nicht klar, erfährt er als „Neustarter“ wieder mehr Unterstützung und Anleitung.
  • Lernprofi (nur Oberstufe 9-10) hat volles Vertrauen in seine Eigenverantwortlichkeit. Er arbeitet sehr selbständig, kennt seine Ziele und die Anforderungen, die zu deren Erreichung erforderlich sind, und holt sich bei Bedarf Hilfe. Lernprofis können auch zu Hause arbeiten und müssen nicht in den Unterricht kommen.

Weitere Informationen zur Alemannenschule Wutöschingen unter: https://www.alemannenschule-wutoeschingen.de/

Getagged mit:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*